17/10/2017 | eea-News

Der eea hat einen Zwilling bekommen – den eca

Klimaveränderungen sind schon heute in vielen Bereichen deutlich spürbar. Sie erfordern jetzt und mehr noch im Blick auf morgen und die zukünftigen Generationen konstruktives Umdenken, strategische Entscheidungen und gezieltes Handeln.

Alle Kommunen sind mit dieser komplexen Aufgabe - der Anpassung an die Folgen des Klimawandels - konfrontiert, wenn sie nicht in Kauf nehmen wollen, dass ihre Bürgerschaft, Wirtschaft, Infrastruktur und Naturräume von vermeidbaren Schäden betroffen werden.  Deshalb entschloss sich die B.&.S.U. mbH, im Arbeitsbereich Bundesgeschäftsstelle European Energy Award das Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren für die Kommunale Klimafolgenanpassung – den European Climate Award (eca) – zu entwickeln.

Ziel des Instruments ist es, die Anforderungen der Klimafolgenanpassung in die kommunalen Strukturen und Planungen systematisch zu integrieren und kontinuierlich die individuell erforderlichen Aktivitäten anzuregen.

Auf bewährten Strukturen aufgebaut

Der Prozess und der Aufbau des European Climate Awards ist vergleichbar mit dem Prozess und Aufbau des European Energy Award (eea), dem bereits etablierten Qualitätsmanagement und Zertifizierungsverfahren für den kommunalen Klimaschutz. Die Inhalte der beiden Instrumente eca und eea hingegen sind klar voneinander abgegrenzt. Dies erleichtert eine strukturierte Bearbeitung der beiden zusammenhängenden, inhaltlich jedoch unterschiedlichen Aufgaben. Eine Besonderheit des eca ist die Erstellung einer Klimawirkungsanalyse im Rahmen des ersten Prozessschritts, sofern eine solche in der Kommune noch nicht vorhanden ist.

Praxistauglichkeit durch 12 Modellkommunen getestet

In dem Modellversuch eea-plus (Laufzeit Sachsen: 09/2014-09/2017, Laufzeit NRW: 09/2015-08/2017) überprüfte die B.&S.U. mbH das Instrument eca in 12 Städten auf seine Praxistauglichkeit. Modellstädte waren die zwei sächsischen Kommunen Chemnitz und Delitzsch und die zehn Nordrhein-Westfälischen Kommunen Aachen, Bocholt, Bottrop, Greven, Hürth, Ibbenbüren, Rietberg, Siegen, Neuss und Oberhausen.

Die Aufgabe erforderte in den Modellkommunen Zeit, Engagement und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Dies wurde belohnt durch die Sensibilisierung der Verwaltung und der Stadtöffentlichkeit hinsichtlich der Risiken und Möglichkeiten des Klimawandels und mit neuen Impulsen für die zukunftsfähige Stadtplanung und -gestaltung. Die Kommunen wurden dabei unterstützt, diese komplexe kommunale Aufgabe unter Berücksichtigung der in der Deutschen Anpassungsstrategie beschriebenen Handlungsfelder strukturiert zu bearbeiten. Über die Erstellung eines Arbeitsprogramms wurden konkrete Schritte für die nächsten fünf Jahre geplant und durch einen Beschluss im Stadtrat gestützt. Verschiedene Fachbereiche arbeiteten im Modellversuch, teils erstmalig, konstruktiv in einem Klimateam zusammen.

Fachliche und Finanzielle Unterstützung für den Modellversuch

Während der Modellphase wurde ein prozessbegleitender Beirat etabliert, der den Prozess des Modellversuchs fachlich begleitete. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der Umweltministerien, Landesumweltämter, Landes-Energieagenturen (SAENA GmbH, Energieagentur.NRW), Projektträger ETN (NRW), Wissenschaft (Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.) und Verbänden (Deutscher Städte- und Gemeindebund). 

Finanziell unterstützt wurde der Modellversuch eea-plus durch die Umweltministerien der Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und Freistaat Sachsen.

Wie geht es weiter?

Der eca steht nun regulär allen Städten und Gemeinden in Deutschland zur Verfügung. Zur Gewährung von Landesförderungen und zur Durchführung eines Modellversuchs zur Entwicklung eines eca für Landkreise ist die Bundesgeschäftsstelle mit verschiedenen Landesministerien im Gespräch.

eca-Beratenden-Schulung

Möchten Sie sich als Beraterin oder Berater für den eca-Prozess qualifizieren? Dann entnehmen Sie bitte weitere Informationen den Dokumenten "Anforderungen für die eca-Akkreditierung" und dem "Programm für die eca-Beratendenschulung".
Sie sind schon akkreditierte/r eea-Berater oder eea-Beraterin? Dann informieren Sie sich bitte über die "Anforderungen für die eca-Akkreditierung  für eea-Beratende" und dem "Programm für die eca-Beratendenschulung für eea-Beratende".

Teilnahme

Möchte Ihre Stadt oder Gemeinde am eca teilnehmen?
Hat Ihr Landkreis Interesse an einer Teilnahme an einem Modellversuch zur Entwicklung eines eca für Landkreise?
Dann wenden Sie sich gerne an

Dina Walter   
Tel: 030 39042 60    
E-Mail: dwalter@european-energy-award.de

Weitere Informationen zum Instrument, zum Modellversuch eea-plus und zu den zwölf Modellstädten finden Sie in unserer eca-Broschüre oder kurz und kompakt in dem eca-Infoblatt.