Lahr

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Über die Anerkennung unserer beständigen Aktivitäten im Bereich Energieeinsparung und Klimaschutz sind wir sehr erfreut. Wir gehören zu den EEA-Pionierkommunen in Südbaden und haben gleich im ersten Anlauf mit 61 Prozent ein gutes Ergebnis vorgelegt, das sich im Vergleich mit anderen EEA-Kommunen sehen lassen kann. Die Auszeichnung der Stadt Lahr mit dem EEA zeigt außerdem, dass die Festlegungen des Gemeinderates «soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele gleichberechtigt zu verfolgen» (Langenharder Perspektiven, Juli 2008) auch in die Praxis umgesetzt werden. Die Auszeichnung ist für uns aber natürlich auch ein Ansporn weiter aktiv im Klimaschutz zu sein. In den nächsten Jahren geht es vor allen Dingen um die Umsetzung des vom Gemeinderat beschlossenen umfangreichen und ehrgeizigen EEA-Maßnahmenplanes.

Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller

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Lahr im eea

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Weltweit zählt der Klimaschutz zu einer der größten Herausforderungen, deren Bewältigung sich alle Politikebenen stellen müssen. Die Europäische Union, die Bundesregierung, aber auch das Land Baden-Württemberg haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Alle diese politischen Vorgaben können aber nur durch konkrete Projekte vor Ort erreicht werden. Die kommunale Ebene ist die Ebene der Umsetzung in die Praxis und den Kommunen kommt durch ihre vielfältigen Handlungsmöglichkeiten eine herausragende Rolle zu. Durch ihre Bürgernähe und Vorbildfunktion sind die Kommunen zugleich ein wichtiger Multiplikator für Klimaschutzmaßnahmen im privaten und gewerblichen Bereich.

Neben der Energieeinsparung und der Verbesserung der Energieeffizienz ist vor allem der verstärkte Einsatz von erneuerbaren Energien erforderlich. Diese Zielsetzung für den nachhaltigen Klimaschutz bringt langfristig mehr Unabhängigkeit von den fossilen Energieträgern, bedeutet mehr regionale Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze und sichert die Lebensqualität nachhaltig.

Zur Erreichung dieser Ziele beteiligt sich die Stadt Lahr seit 2006 als erste südbadische Gemeinde an dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten European Energy Award® (eea).

Mit den bisher schon umgesetzten, den laufenden und den zukünftigen Aktivitäten möchten die Stadt Lahr ihre energie- und klimapolitischen Aktivitäten und Ziele weiter vorantreiben und umsetzen und ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Energie- und Klimaschutzpolitik in Lahr, Baden-Württemberg, Deutschland, Europa und der Welt leisten.

Die Stadt Lahr ist sich ihrer Verantwortung für den Klimaschutz bewusst und verfolgt daher die folgenden energie- und klimapolitischen Grundsätze:

  1. Die Stadt Lahr ist Vorbild für ihre Bürger und Unternehmen und verpflichtet sich zu einem vorausschauenden und nachhaltigen Umgang mit der Ressource Energie und zur beständigen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. 
  2. Die Stadt Lahr verpflichtet sich, Maßnahmen zur Energieeinsparung, der Steigerung der Energie-effizienz und der Erzeugung und dem Einsatz von Erneuerbaren Energien umzusetzen und konzentriert sich in ihren Bemühungen auf die Handlungsfelder Strom, Wärme und Verkehr. 
  3. Die Stadt Lahr wird im fachlichen Austausch mit wichtigen Akteuren ihre Klimaschutz- und Klima-anpassungsmaßnahmen erarbeiten. 
  4. Die Stadt Lahr möchte gemeinsam mit ihren Bürgern und Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten und wird daher ihre Bürger und Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen motivieren, beraten und unterstützen. 
  5. Die Stadt Lahr wird alle zwei Jahre ein Monitoring durchführen, um die Umsetzung der Maßnahmen und deren Wirksamkeit zu überprüfen und bei Bedarf an veränderte Rahmenbedingungen oder abweichende Maßnahmenwirkungen anzupassen. 

Auf Basis der energie- und klimapolitischen Grundsätze verpflichtet sich die Stadt Lahr zu der Verfolgung der folgenden Mindestziele:

  1. Senkung der Kohlendioxid-Emissionen auf der Lahrer Gemarkung bis zum Jahr 2023 um 50 % gegenüber dem Jahr 1990. 
  2. Senkung des Strombedarfs auf der Lahrer Gemarkung bis zum Jahr 2023 um 10 % gegenüber dem Jahr 2000. 
  3. Erhöhung des Anteils Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf der Lahrer Gemarkung von derzeit 4,3 % auf 15 % bis zum Jahr 2023. 
  4. Erhöhung des Anteils Erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch auf der Lahrer Gemarkung von derzeit 6 % auf 15 % bis zum Jahr 2023. 
  5. Senkung der Kohlendioxid-Emissionen im Bereich Verkehr auf der Lahrer Gemarkung bis zum Jahr 2023 um 15 % gegenüber dem Jahr 1990. 

Für den eigenen Handlungsbereich verpflichtet sich die Stadt Lahr außerdem zu der Verfolgung der folgenden Ziele:

  1. Senkung der Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2023 um 50 % gegenüber dem Jahr 1990. 
  2. Bezug von 100 % qualifizierten Ökostrom für alle kommunalen Gebäude. 
  3. Senkung des Strombedarfs kommunaler Gebäude bis zum Jahr 2023 um 10 % (Index) gegenüber dem Jahr 2000. 
  4. Senkung des Endenergiebedarfs kommunaler Gebäude für Raumwärme und Warmwasser bis zum Jahr 2023 um 15 % (Index) gegenüber dem Jahr 2000. 
  5. Steigerung der Fahrgastzahlen im Lahrer Busverkehr bis zum Jahr 2023 um 25 % gegenüber dem Jahr 2011. 


  • 1992 Radwegekonzept
  • seit 1993 Mitglied im Klimabündnis
  • seit 1993 Umrüstung der Straßenbeleuchtung
  • 1994 Einführung des Lahrbussystems
  • seit 1996 Betrieb eines kommunalen Energiemanagements
  • 1999 Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes
  • seit 2000 Umsetzung von Maßnahmen, aufbauend auf dem Klimaschutzkonzept
  • 2000 Start des Agendaprozesses und Schaffung der Stabsstelle Umwelt und Lokale Agenda 21
  • 2000 Gemeinderatsbeschluss des „Ersteiner Papiers“ mit zentralen Aussagen zur Stadtentwicklung
  • 2002 Verkehrskonzept Innenstadt
  • 2002 Windkraftpotentialstudie im Auftrag der Stadt
  • 2002 Einrichtung von Miet-Fahrradboxen am Bahnhof
  • 2003 Abwärme-Rückgewinnung beim Krematorium
  • seit 2003 regelmäßige Energieberatungstermine im Rathaus in Zusammenarbeit mit der Ortenauer Energieagentur
  • Energetische Bestandsaufnahme von 19 Schulen und 11 Kindergärten
  • 2005 Inbetriebnahme der Windkraftanlage auf dem Langenhard
  • seit 2006: Teilnahme am European Energy Award®
  • 2006 Einsatz von sechs Bussen im Stadtverkehr mit umweltfreundlicher Euro-4-BlueTec-Dieseltechnologie
  • seit 2007 Mitglied der Strategischen Partnerschaft „Klimaschutz am Oberrhein“
  • seit 2007 Verpachtung städtischer Dachflächen an Investoren zur Installation von Photovoltaik-Anlagen
  • 2008 Veröffentlichung der Plakatserie „Bussen macht Spaß“ zur Förderung des ÖPNV
  • 2008 Aktualisierung der „Dienstweisung für die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen“ unter der Berücksichtigung ökologischer, energetischer und sozialer Kriterien
  • seit 2009 Bezug von zertifiziertem Ökostrom für die Schulen, Kindergärten und das Rathaus der Stadt
  • 2009 Herausgabe des „Exkursionsführers Energie und Wasser Lahr“
  • 2009 Aufnahme einer Vielzahl von Energiespar-Ratgebern beim städtischen Internetauftritt
  • 2009 Beginn der regelmäßigen Schulungen der Hausmeister der städtischen Liegenschaften
  • 2009 Unterstützung des Projektes „Lahrer verbessern ihre CO2-Bilanz“
  • 2009 Installation einer solarthermischen Anlage im Terrassenbad
  • 2009 Klimaschutz-Wettbewerb „Wer hat den ältesten Kühlschrank in Lahr?“
  • 2010 Erarbeitung eines Rad- und Fußwegekonzeptes
  • 2010 Zertifizierung mit dem eea
  • 2011 Antragsstellung beim BMU zur Förderung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Lahr

  • Erarbeitung eines aktuellen Leitbildes mit qualifizierten und quantifizierten energie- und klimapolitischen Zielsetzungen für die kommunale Energiepolitik inklusive Aussagen zum Verkehr; Integration in Legislaturziele des Gemeinderates
  • Erstellung regelmäßiger CO2-Bilanzen für Lahr
  • Erstellung eines Indikatoren-/Nachhaltigkeitsberichtes für Lahr
  • Konkretisierung des Leitbildes zu einem Handlungskonzept Energie und Klima mit einer Strategie zur Senkung der Verbrauchsentwicklung, zur Effizienzsteigerung, zur Reduktion der Emissionen und zur Steigerung der erneuerbaren Energien
  • Konkretisierung des Leitbildes zu einem Handlungskonzept Verkehr
  • Aktualisierung des Verkehrskonzeptes für den nicht-motorisierten Individualverkehr, konkrete Aussagen zur Förderung von Radverkehr und Fußgängern
  • Erarbeitung und Einführung einer Richtlinie zur Festsetzung von Leitkriterien für eine umweltgerechte und nachhaltige Bauleitplanung
  • Erarbeitung und Einführung konkreter Zielvorgaben für Umwelt- und Energiebelange bei städtebaulichen Projekten
  • Erarbeitung und Berücksichtigung konkreter Aussagen zu den Bereichen Umwelt, Energie und Klima im neu aufzustellenden Flächennutzungsplan
  • Erarbeitung und Einführung einer Richtlinie zur Festsetzung grundeigentümerverbindlicher Instrumente; intensivere Kontrolle der Festsetzungen
  • Erarbeitung und Einführung von energetischen Kriterien/Festsetzungen bei Grundstücksverkäufen, Verpachtungen und städtebaulichen Verträgen mit Bauträgern und Investoren
  • Überprüfung von mindestens 10% der Neubauten pro Jahr auf Einhaltung der EnEV; 100%ige Kontrolle bei städtischen Gebäuden
  • Aktivere Energieberatung im Bauverfahren: Versand von Informationsmaterialien und Beratungsgutscheinen bei Grundstücksverkäufen und Bauanfragen
  • Ermittlung jährlicher Kennzahlen für Energie und Wasser bei den kommunalen Gebäuden
  • Erfassung und Auswertung der monatlichen Energie- und Wasserverbräuche sowie Durchführung von Sofortmaßnahmen bei Abweichungen
  • Zweijährliche Energiebericht-Erstattung
  • Erarbeitung und Einführung eines „Ratgeber Energie und Wasser“ für Gebäudeverantwortliche sowie für städtische Mitarbeiter
  • Durchführung von jährlichen Energie-Schulungen/Treffs für alle Hausmeister
  • Erarbeitung und Einführung einer Richtlinie für das Fällen von Investitionsentscheiden unter Berücksichtigung der externen (volkswirtschaftlichen) Kosten
  • Generelle Einsatzprüfung und verstärkte Installation von Wärmeerzeugungsanlagen auf der Basis erneuerbaren Energien bei Neubau und Sanierung der öffentlichen Gebäude
  • Bezug von Gas mit einem Anteil von Biogas
  • Verpachtung weiterer kommunaler Dachflächen zur Installation von Photovoltaikanlagen
  • Bezug von Strom mit einem Anteil von Ökostrom
  • Fortführung der Sanierungsmaßnahmen im Bereich Wärme
  • Fortführung der Sanierungsmaßnahmen im Bereich Elektrizität
  • Fortführung der Sanierungsmaßnahmen im Bereich Wasser
  • Ausstattung des Kasernenareal mit LED-Straßenbeleuchtung
  • Beachtung von Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien bei Neuverhandlungen von Konzessionsverträgen
  • Durchführung eines Soll-Ist-Vergleich zum Klimaschutzkonzept von 1999
  • Appell an EWM und badenova zur Mitteilung von typischen durchschnittlichen Energie-Verbrauchswerten auf der Abrechnung; Übernahme von Ergebnissen des Projektes innovative Stromrechnungen
  • Ermittlung von Abwärme-Produzenten und -Potenzial bei größeren Industriebetrieben
  • Ermittlung des Abwärme-Potenzials bei der Stromproduktion
  • Ermittlung des KWK-Potenzials
  • Optimierung der Verbandskläranlage
  • Appell an badenova zur Mitteilung von typischen durchschnittlichen Verbrauchswerten auf der Wasser-Abrechnung
  • Erarbeitung und Einführung einer neuen Dienstanweisung Mobilität
  • Erarbeitung und Einführung einer neuen Dienstanweisung für die Beschaffung effizienter und umweltfreundlicher Fahrzeuge
  • Durchführung regelmäßiger Mitarbeiter-Fortbildungskurse „Sicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich fahren“
  • Einführung des Controlling der Dienstfahrzeuge
  • Umsetzung von Maßnahmen aus der Lärmaktionsplanung
  • Intensivere Begrünung von Straßen, Wegen und Plätzen
  • Einführung von Baumpatenschaften
  • Planung und Durchführung einer CO2-neutralen Landesgartenschau 2018
  • Überprüfung eines Angebotes zur Fahrrad-Mitnahme im Busverkehr
  • Durchführung regelmäßiger Kundenzufriedenheitsanalyse für den ÖPNV
  • Einrichtung eines Angebotes von Leihrädern/Pedelecs für Touristen und Besucher
  • Erarbeitung und Durchführung von Öffentlichkeitsmaßnahmen zur Nutzung des ÖPNV
  • Einrichtung einer Mobilitätsberatung
  • Durchführung regelmäßiger Aktivitäten zum Mobilitätsmarketing
  • Überarbeitung der Allgemeinen Dienst- und Geschäftsanweisung mit einer stärkeren Berücksichtigung der Aspekte Energieeffizienz und Klimaschutz
  • Optimierung der amts- und abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit
  • Jährliche Kontrolle der Umsetzungen aus dem Energiepolitischen Arbeitsprogramm und dem Maßnahmenplan; jährliche Berichterstattung zum eea
  • Regelmäßige Mitarbeiterinformation zu Energiethemen
  • Information neuer Mitarbeiter „Energieeffizienz mit Köpfchen – Strom sparen am Arbeitsplatz“
  • Generelle Berücksichtigung sozialer, ökologischer und energierelevanter Kriterien in allen Bereichen der Beschaffung; Erarbeitung einer grundsätzlichen Präambel
  • Aktualisierung der VO Bau mit sozialen, ökologischen und energierelevanten Kriterien
  • Generelle Prüfung von Finanzierungsmodellen wie Contracting und Intracting bei Energieeffizienzprojekten
  • Fallweise Prüfung und Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Anlage von Finanzmitteln
  • Erarbeitung und Einführung einer neuen Dienstanweisung Mobilität
  • Überarbeitung der Internet-Seiten Energie und Klimaschutz; Integration eines Verzeichnisses regenerativer Anlagen in Lahr
  • Durchführung regelmäßiger Aktivitäten zu den Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
  • Standortmarketing mit energie- und klimapolitischen Inhalten
  • Prüfung eines Verbotes von Wegwerfgeschirr bei kommunalen Veranstaltungen
  • Intensivere Wahrnehmung politischer Interessen auf überregionaler Ebene, z.B. durch Unterzeichnung des „Konvent der Bürgermeister“ und des „Klimaschutzabkommen der Bürgermeister und Kommunalverwaltungen“
  • Erarbeitung und Durchführung gemeinschaftlicher Energie- und Klimaschutzprojekte mit lokalen Verbänden, Vereinen und Institutionen
  • Neuausrichtung der Agenda-Aktivitäten; Einbeziehung und Berücksichtigung von Interessengruppen
  • Intensivere Kooperation mit der lokalen Wirtschaft, Durchführung von regelmäßigen jährlichen Informationsveranstaltungen
  • Information und Austausch mit den Lahrer Partnerstädten zu kommunalen Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaktivitäten
  • Durchführung eines Fifty-Fifty-Einspar-Projektes an drei Lahrer Schulen über eine Laufzeit von drei Jahren unter Einbeziehung der Eltern
  • Erarbeitung eines CO2-Kompensation-Projektes in Alajuela
  • Intensivere Betonung der energetischen und bauökologischen Belange bei der Bauberatung
  • Versand von Informationsmaterialien und Beratungsgutscheinen bei Grundstücksverkäufen und Bauanfragen

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